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Zukunftsfähige Lehrstandorte stärken

Der Expertenkreis zur Fachschulkonzeption traf sich im Stuttgarter Landwirtschaftsministerium. Unter Leitung von Staatssekretärin Sabine Kurtz diskutierte man erste Umsetzungserfolge und weitere Schritte zur strategischen Neuausrichtung der Fachschulen im Land.

Am 26. März 2025 kam der Expertenkreis zur Fachschulkonzeption erneut im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) zusammen. Unter der Leitung von Staatssekretärin Sabine Kurtz diskutierten Vertreter aus Politik, Berufsverbänden, Verwaltung und Bildungseinrichtungen die weiteren Schritte zur strategischen Neuausrichtung der landwirtschaftlichen Fachschulen in Baden-Württemberg. Dabei standen erste Umsetzungserfolge sowie weitere Herausforderungen im Fokus.

Bildungsexperten von LBV und BLHV mit Staatssekretärin Kurz. Vlnr: Hans-Benno Wichert, Sabine Kurtz, Gebhard Aierstock, und Andreas Deyer

Seit der Auftaktsitzung im Juli 2024 konnten bereits wichtige Maßnahmen angestoßen werden. Die Empfehlungen des Expertenkreises lauteten damals, den Fokus auf die vom MLR definierten Zentralstandorte (Kupferzell, Emmendingen-Hochburg und das Cluster Oberschwaben) zu lenken und dort die Angebote für Wirtschafter und Techniker zu stärken. Außerdem sollte laut Expertenkreis eine Sicherung und Entlastung der Lehrkräfte angestrebt werden. Zusätzlich sollten die Nebenerwerbsangebote in der Fläche ausgebaut werden.

Um diese Punkte in die Umsetzung zu bringen, findet ein regelmäßiger Austausch unter den Akteuren statt. Für die Lehrkräfteentlastung gelang ein Prozessauftakt zur Weiterentwicklung der Referendarsausbildung, außerdem soll ein „Fachnetz BW“ eingeführt werden, das bei der Unterrichtsvorbereitung unterstützt. Dieses landesweite Schulportal für Lehr- und Lernmaterial soll als Kommunikationsplattform dienen und durch den Austausch und den Zugriff auf Materialien und Informationen den Schulalltag von Lehrenden erleichtern.

Die Zentralstandorte wurden mittels Personals, Sachmitteln für die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Werbemaßnahmen und technischer Ausstattung und QM-Maßnahmen für die Zukunft gerüstet: An der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell (ALH) wurde der geplante Erweiterungsbau für Unterrichtsräume auf den Weg gebracht, der Techniker für Landwirtschaft startet ab September 2025. Auf der Hochburg in Emmendingen wurden Modernisierungsmaßnahmen für das Wohnheim konkretisiert, zudem soll das Einzugsgebiet für die Weiterbildung zum Wirtschafter oder Meister im Ökolandbau durch gezielte Maßnahmen erweitert werden. Im Cluster Oberschwaben laufen die Arbeiten am Zielbild „Cluster Oberschwaben 2030“ zur organisatorischen Zusammenführung der drei Fachschulstandorte und eine damit verbundene Namensfindung für den Schulverbund.

In den kommenden Monaten werden weitere Abstimmungen mit den Fachschulstandorten und den beteiligten Institutionen stattfinden. Ziel ist es, die erarbeiteten Konzepte in die Praxis zu überführen und die Fachschulen zukunftssicher aufzustellen. Neben der Standortthematik und den damit verbundenen baulichen Maßnahmen waren die Baden-Württembergischen Bauernverbände darauf bedacht, dass nun auch die inhaltlichen Forderungen aus den eingereichten Positionspapieren angepackt werden. Vor allem der Punkt Persönlichkeitsbildung. Bei der immer größer werdenden Arbeitsbelastung auf den landwirtschaftlichen Betrieben ist es unumgänglich, die sozialen Kompetenzen der künftigen Generationen zu stärken und die Menschen und ihre Betriebe resilient für die Zukunft zu machen.

Außerdem müsse, so Andreas Deyer vom BLHV, nun rausgestellt werden, was die Zentralstandorte inhaltlich zu bieten haben, um sie für die Schülerschaft attraktiv zu machen.

Die zweite Sitzung des Expertenkreises zeigte deutlich, dass die Fachschulkonzeption auf einem guten Weg ist, ein solcher Prozess aber auch einfach dauert, wenn es gut werden soll.

Michaela Schöttner

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